Seminar Landschaftsfotografie mit Hans Strand

Seminar Landschaftsfotografie Hans Strand

Hans Strand ist einer der weltweit bedeutendsten Landschaftsfotografen unserer Zeit. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den renommierten Hasselblad Masters Award. Ich hatte das Glück, im Rahmen des Internationalen Naturfotofestivals in Lünen an einem Landschaftsfotografie-Seminar von ihm teilnehmen zu können. Darin hat der sehr sympathische und humorvolle Schwede seine fotografische Herangehensweise geschildert, Tipps zur Bildgestaltung gegeben und seinen Nachbearbeitungs-Workflow erläutert. Auf drei interessante Punkte möchte ich hier eingehen.

 

1. Wie für einen Landschaftsfotografen typisch, konzentriert sich Hans Strand auf Weitwinkelaufnahmen. (Das soll aber nicht heißen, dass Landschaftsfotografie nur mit dem Weitwinkel richtig möglich ist! Theo Bosboom, der übrigens ebenfalls an dem Seminar teilgenommen hat, beweist mit seinen Teleaufnahmen immer wieder das Gegenteil.) Gute Weitwinkelaufnahmen erfordern eine sorgfältige Gestaltung des Vorder-, Mittel- und Hintergrundes. Dadurch entsteht ein Gefühl von Tiefe, das Bild wirkt dreidimensional. Am besten suchst du dir deshalb immer zuerst einen interessanten Vordergrund und gestaltest dann den Rest.

 

2. Hans Strands Stil ist eher klassisch. Beispielsweise sind seine Bilder in der Regel von vorne bis hinten scharf. Bei sehr kurzen Distanzen zum Vordergrundmotiv ist es allerdings schwierig, eine ausreichend große Schärfentiefe zu erreichen. Je näher du am Motiv bist, desto geringer ist die Schärfentiefe. Deshalb nutzt er häufig Focus-Stacking oder Tilt-und-Shift-Objektive. Beim Focus-Stacking werden mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokussierungen gemacht und in der Bildbearbeitung zusammengefügt, zum Beispiel eine Aufnahme mit dem Fokus auf dem Vordergrund, eine mit dem Fokus auf dem Mittelgrund und eine mit dem Fokus auf dem Hintergrund. Das Ergebnis sind Bilder mit einer knackigen Schärfe in allen Bildbereichen. Schwierig wird es allerdings bei bewegten Motiven. Hier sind die erwähnten Tilt-und-Shift-Objektive von Vorteil.

 

3. Achte auf die Bildecken! Wir konzentrieren uns beim Fotografieren oft so sehr auf das eigentliche Motiv, dass wir die Bildecken und die Bildränder vernachlässigen. Dabei sind sie bei der Gestaltung genauso wichtig. Diagonalen, die aus den Ecken in das Bild hineinführen, können den Blick lenken und so die Bildwirkung steigern. Auffällige Elemente an den Bildrändern, zum Beispiel ein besonders heller Stein, solltest du dagegen vermeiden. Sie lenken nur ab und können somit ein Bild ruinieren.

 

Abschließend möchte ich dich ermuntern, selbst immer wieder dazuzulernen. Obwohl ich in dem Seminar keine grundlegend neuen Methoden oder Techniken gelernt habe, hat es mir viel gebracht. Allein die Inspiration sowie die Wiederholung und Vertiefung bestimmter Themen empfand ich als sehr hilfreich. In diesem Sinne: Bilde dich regelmäßig fort und werde immer besser!

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