Making of: Landschaftsfotografie in der Lüneburger Heide

Morgenstimmung in der Lüneburger Heide

8. Sept. 7:16 Uhr

20 mm (APS-C) | 1/15 Sek. | f/11 | -1,3 LW | ISO 200 | 0.9 ND Grauverlaufsfilter

Dieses Bild ist Anfang September in der Lüneburger Heide beim Totengrund - einem landschaftlich sehr schönen Talkessel - entstanden. Zu dieser Zeit neigt sich die Heideblüte langsam dem Ende entgegen. (Faustformel für die Blütezeit: 8.8. bis 9.9.) Ich wollte mich der Landschaftsfotografie widmen und eigentlich das Tal im Nebel fotografieren. Dafür bin ich mitten in der Nacht aufgestanden, anderthalb Stunden nach Oberhaverbeck gefahren und dort mit Stirnlampe noch in der Dunkelheit losmarschiert. Kurz vor Sonnenaufgang war ich dann am Totengrund. Der Nebel war im Tal allerdings noch zu dicht, am Talrand dagegen optimal. Besonders interessant fand ich die zahllosen Spinnennetze.

 

Mein Ziel war es nun, diese magische Morgenstimmung einzufangen. Ich wollte nicht einfach nur ein Spinnennetz abbilden, sondern es eingebettet in der blühenden Heide und mit dem wabernden Nebel zeigen. Dafür habe ich zunächst ein schönes Radnetz gesucht und mich anschließend - immer wieder durch den Sucher schauend - an einen geeigneten Blickwinkel und harmonischen Bildaufbau herangetastet. Bei der Aufnahmehöhe wollte ich einerseits möglichst niedrig auf der Höhe des Spinnennetzes bleiben, musste aber andererseits ein kleines bisschen höher gehen, um die Umgebung mit einbeziehen zu können. Erst als ich eine gute Position gefunden hatte, habe ich das Stativ aufgebaut und ausgerichtet.

 

Am Objektiv habe ich mit 20 mm (APS-C) eine leichte Weitwinkeleinstellung gewählt. Um den hellen Himmel etwas abzudunkeln, kam ein 0,9 ND Grauverlaufsfilter mit weichem Übergang zum Einsatz. Für eine hohe Schärfentiefe habe ich Blende 11 eingestellt. Mehr ist bei meinem Objektiv nicht möglich, dann wird die Beugungsunschärfe zu stark. Ich fotografiere übrigens zu 95 % mit der Zeitautomatik, wähle also die Blende vor und lasse die Verschlusszeit automatisch bestimmen. Bei der ISO-Einstellung wähle ich immer den niedrigsten Wert, der möglich ist. In diesem Fall war es zwar fast windstill, aber selbst ein leichter Windhauch hat die filigranen Spinnenfäden in Schwingung versetzt. Deshalb habe ich nicht ISO 100, sondern ISO 200 eingestellt, was eine Verschlusszeit von 1/15 Sek. ergeben hat. Ich habe dann sicherheitshalber mehrere Aufnahmen gemacht und versucht, dafür immer die windstillen Phasen abzupassen. Bei den meisten Bildern waren die Spinnenfäden wegen dem leichten Wind tatsächlich unscharf. Bei dieser Aufnahme hat aber alles gepasst. :-)